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1926-1947 Prof. Karl Röder

Nachdem Hermann Franke 1925 verstorben war, übernahm der 1883 in Lübeck geborene Honorarprofessor Wilhelm Hempel bis zur Berufung von Karl Röder im Jahr 1926 die Vertretung in der Lehre für die Dampfmaschinen. Karl Röder, der 1881 in Unterfranken geboren wurde und in München studiert hatte, war seit 1904 bei J.A. Maffei und bei Helms & Pfenninger in München tätig. 1912 promovierte er in München zum Dr.-Ing. Von 1914 bis 1920 war er Oberingenieur bei der Maschinenfabrik Thyssen &Co. In Mühlheim, dann beratender Ingenieur. 1924 wurde er zum o. Professor für Maschinenteile, Getriebelehre und Maschinenkunde an der TH Stuttgart berufen. 1926 wurde er an die TH Hannover für das Fachgebiet Dampfkraftmaschinen und Kessel berufen und zugleich Vorstand des Maschinenlaboratoriums A (Dampfkraftma-schinen) und des Kraft- und Heizwerkes. Röder hat sich sehr eingehend mit der Entwicklung der Dampfturbinen befaßt. Er versuchte eine axiale Gegenlaufturbine als Pendant zur radialen Ljungströmturbine zu entwickeln und baute die erste hochtourige Gegendruckturbine in Überdruckbauart (Röder-Bauart), die sich durch guten Wirkungsgrad und infolge „atmender Einbauten“ durch thermische Elastizität und daher große Betriebssicherheit auszeichnet.

Die Röderturbine

1914 holte ihn August Thyssen nach Mühlheim/Ruhr. Dort entstand, ohne Inanspruchnahme von Lizenzen, die erste 3000-tourige Großturbine der Bauart Thyssen-Röder. Nachdem SSW die Maschinenfabrik Thyssen übernommen hatte, wurde Röders Turbinenbauart unter dem Namen SSW-Röder ein begehrter Exportartikel. Seine axiale Gegenlaufturbine wurde 1928 die erste brauchbare, hochwirtschaftliche Dampfturbine axialer Bauart. 1938 entstand dann die schnelllaufende axiale Überdruckturbine mit "atmenden Einbauten", welche als die Lösung des lange gesuchten Problems gelten kann. 

Die ehemals im Heizkraftwerk der Universität aufgebaute Versuchsturbine in Überdruckbauart von Röder befindet sich zur Zeit in augedecktem restaurietem Zustand im Ausstellungsbereich des Institutes. Sie enthält noch nicht die Röder zugeschriebene Bauweise der Leitschaufelträger („atmende Einbauten“), die hohe thermische Elastizität für schnelles Anfahren und steile Lastgradienten bewirkt.